Überraschung bleibt aus

Kleeblatt Berlin –
ATSV Freiberg
5522:5357

Von Michael Hahn

Erwartungsgemäß gab es für die Kegler des ATSV Freiberg in der Hauptstadt nichts zu holen. Das Spitzenspiel zum Rückrunden-Auftakt entschieden die Kleeblätter deutlich zu Ihren Gunsten und zogen damit nach Punkten mit Freiberg gleich. Zwar erzielten die Sachsen damit das beste Ergebnis einer Auswärtsmannschaft seit mindestens zwei Jahren in Berlin, aber gefährden konnten sie die Hausherren zu keiner Zeit.

Angestachelt durch den Verlauf der Hinrunde, in der die Freiberger den Staffel-Favoriten erst deutlich besiegten, um dann auch noch Herbstmeister zu werden, holten die Berliner nun zum Gegenschlag aus. Auf den gut gehenden, aber schwer zu bespielenden Läufen an der Hämmerlingstraße spielten sie Ihre ganze Klasse aus und zeigten dem Aufsteiger die Grenzen auf. Ein glänzend aufgelegter Jörg Seidel (979) markierte dabei gleich zu Beginn den Tagesbestwert und deklassierte Felix Wagner nach allen Regeln der Kunst, welcher nur auf 880 Kegel kam. Auch Jan Fritzsch (876) hatte seinem Gegenüber Enrico Brosch (907) nicht allzuviel entgegenzusetzen, wodurch nach Runde eins ein deutlicher Rückstand von insgesamt 130 Kegeln resultierte. Spätestens jetzt hatte sich die Hoffnung auf eine Überraschung in den weiten der riesigen Kegelhalle verflüchtigt und dem ATSV blieb nichts anderes übrig, als bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der Partie Schadensbegrenzung zu betreiben.

Angesichts der Tatsache, dass mit Christian Drache (921) und Sven Tränkler (941) die beiden besten Berliner dieser Saison nun das Spiel aufnahmen, hätte es aber eines Wunders bedurft, damit Heiko Wüstling (916) und Ingolf Stein (854) wirklich Boden hätten gut machen können. So war es also nicht verwunderlich, dass der ATSV mit weiteren 92 Kegeln in Rückstand geriet.

Ausschließlich der Tatsache, dass die Kleeblätter bis dato nicht wirklich an Ihre Leistungsgrenze gingen, war es zu verdanken, dass sich der ATSV keine Klatsche abholte. Für einen Lichtblick sorgten dann sogar noch Michael Hahn (929) und Andreas Beger (902), die in Summe gegen Andreas Kupsch (860) und Sven Lischke (914) einige Kegel zurückerobern konnten.

Alles in allem geht der Sieg für Kleeblatt mehr als in Ordnung, womit die Verhältnisse in der Liga aus Berliner Sicht endlich wieder geregelt sein dürften. Der ATSV braucht sich aber trotzdem nicht zu verstecken und kann erhobenen Hauptes die nächsten Spiele bestreiten.