Aufholjagd blieb erfolglos

Elsterwerdas Startdurchgang in Magdeburg mit Frank Beier (vorn) und Benjamin Kube. Foto: ESV

Magdeburger SV 90 –
ESV Lok Elsterwerda 5240:5222


Von Martin Exner

Auch im fünften Auswärtsspiel war für den ESV Lok Elsterwerda nichts zu holen. Trotz unterirdischer Mannschaftsleistung der Magdeburger gelang es den Elsterstädtern nicht, Nutzen daraus zu ziehen, und so ließ der Lok-Sechser zwei wichtige Punkte fahrlässig liegen. Bis auf wenige Ausnahmen sahen die Zuschauer Aktionen auf erschreckendem Niveau, jenseits  von Gut und Böse. Bereits im ersten Durchgang fehlte den Lausitzern Geschlossenheit. Eine furiose Aufholjagd im Schlussdurchgang sollte ohne Erfolg bleiben. Mit nunmehr sechs Zählern teilen sich beide Kontrahenten den neunten Tabellenplatz vor dem Schlusslicht aus Brehna. Unabhängig vom Ausgang dieser Partie sollten sich beide Teams deutlich steigern, wollen sie den Klassenerhalt in dieser Saison noch erreichen. Der ESV eröffnet die Rückrunde auf eigener Anlage schon am kommenden Samstag mit dem Brandenburg-Derby gegen Senftenberg.
    

Startdurchgang: Ulf Wunderlich 863:882 Benjamin Kube, Ulf Schmidt 923:826 Frank Beier

Allen Beteiligten war die Anspannung im Verlauf dieser Kellerbegegnung sichtlich anzumerken. Ulf Schmidt konnte die anfängliche Nervosität noch am besten wegstecken und steigerte sich mit einer fulminanten Schlussbahn auf 923 Kegel. Damit erzielte er das beste Einzelresultat auf Seiten der Gastgeber. Demgegenüber wirkte der Elsterwerdaer Frank Beier geradezu hilflos, denn er bekam die Bahnen einfach nicht unter Kontrolle. Benjamin Kube war bestrebt, den Rückstand gegen Ulf Wunderlich in Grenzen zu halten. Der Magdeburger konnte sein derzeitiges Formtief in dieser Partie nicht überwinden, kämpfte aber verbissen um jeden Kegel. Am Ende hatte er gegen einen gut aufgelegten Kube das Nachsehen, sodass der ESV den Rückstand mit 78 Kegeln in Grenzen hielt.

Mitteldurchgang: Dirk Sommermeyer 870:855 Martin Exner, Steffen Blumentritt 882:863 Rüdiger Werner

Im zweiten Spielabschnitt versuchten Elsterwerdas Bundesligakegler, das Ruder herumzureißen. Schon nach den ersten Vollen schlichen sich zum Teil katastrophale Anspielfehler ein. Der heimische MSV 90 strahlte derweil keineswegs Souveränität aus, doch die Gäste zeigten sich nicht in der Lage, eigene Angriffe zu starten. Die Chance war in dieser Phase des Öfteren vorhanden, aber Martin Exner und Rüdiger Werner wollte einfach nicht viel gelingen. Schlussendlich verkauften sich beide unter Wert und büßten weiteren Boden ein. Die Lemsdorfer stolperten auf diese Weise munter weiter hin zum schlechtesten Saisonheimergebnis und vergrößerten ihr Polster auf 112 Kegel. Dirk Sommermeyer und Steffen Blumentritt hätten sich wohl kaum träumen lassen, dass es ihnen so einfach gemacht wird.

Schlussdurchgang: Gerhard Piekacz 857:858 Uwe Scheibe, Sven Ostermann 845:938 Robert Groschopp

Für die meisten war das Spiel zu diesem Zeitpunkt entschieden, zu klar schien der Vorsprung. Doch es sollte noch einmal spannend werden. Der wiedergenesene Kapitän Uwe Scheibe und Robert Groschopp hatten Bahnen und Gegner sofort im Griff. Bei Gerhard Piekacz und Sven Ostermann, die normalerweise große Stützen für die Anhaltiner darstellen, lief von Beginn an nichts zusammen. Nach etwa 40 absolvierten Würfen hatte Elsterwerda beinahe die Hälfte des Rückstandes aufgeholt. Dann besannen sich die Schlussspieler der Hausherren und holten binnen 10 Würfen 30 Kegel zurück. Mit Beginn der zweiten Bahn keimte erneut Hoffnung beim ESV auf. Magdeburg leistete sich zahlreiche Fehler und lud die Gäste förmlich ein. Anders als in den beiden vorherigen Durchgängen nutzte Lok diese Schwächeperioden gnadenlos aus und kam vor der letzten Bahn bis auf sieben (!) Kegel heran. Groschopp offenbarte all seine spielerischen Qualitäten und markierte mit fabelhaften 938 Kegeln die Tagesbestleistung. Kurz bevor die Begegnung komplett auf den Kopf gestellt worden wäre, kam die Ernüchterung für Elsterwerda. Scheibe musste seinen schwindenden Kräften Tribut zollen und beendete sein Spiel mit nur 190 Kegeln während Piekacz zur spielentscheidenden, wenngleich auch etwas glücklichen, Wurfserie (9,9,8) ansetzten konnte. Das daraus resultierende Minus konnte auch Groschopp nicht mehr kompensieren und so verlor der ESV diesen Kellergipfel denkbar knapp mit 18 Kegeln Differenz.