Semper mit neuen Fabel-Rekorden – die Gäste überrollen die „Roten Teufel“

ESV Roßlau –
Semper Berlin 5951:6126

Von Henry Hennig

Dieser Kegelnachmittag in der „Roten Hölle“ an der Streetzer Brücke endete mit einem wirklichen Rekordfestival - leider mehr auf Seiten der Gäste, als der Hausherren. Die seit 1. März 2008 zu Hause ungeschlagenen Roßlauer sahen sich einer Übermacht der Gäste ausgeliefert. Wiederum war es ein Berliner Club, der den „Roten Teufeln“ eine Heimniederlage zufügte – letztendlich aber verdient.

Alle Fans beider Mannschaften sahen Kegelsport auf hohem Niveau, der Wettkampf war aber bereits nach dem 1. Durchgang entschieden. Die Anwesenden sahen Top-Leistungen, was besonders den Hauptstädtern geschuldet war. Besonders die Bohle-Nationalspieler verstanden es besser, die Roßlauer Heimläufe „auszunehmen“.
Teamchef Henry Hennig würdigte mit anerkennenden Worten die Leistung der Gäste: „Heute fühlten wir uns wie ein Gastmannschaft auf unseren eigenen Bahnen in Roßlau.“ Die Berliner hielten wortstark dagegen: „Jetzt seid ihr endlich das Gerede los, in Roßlau kann eh‘ keiner gewinnen – auch wenn wir nur mit einer ersatzgeschwächten Mannschaft anreisten“, so Matze Noack.
Mit Jens Sobeck und Andreas Duttenhofer begannen die Hausherren ihren Wettkampf, doch von Beginn an gerieten die Roßlauer unter Druck. Sie sahen sich dem besser aufspielendem Gästepaar Andrè Franke und Matthias Noack ausgesetzt. Franke startete gleich mit einem neuen Bahnrekord auf den Bahnen 1&2, ließ auch im weiteren Verlauf nicht nach und beendete mit überragenden 1107 Kegel sein Spiel – nur 3 Kegel unter dem im Februar diesen Jahres aufgestellten Bahnrekord seines Teammitglieds Andrè Krause. Auch Matthias „Matze“ Noack tat es seinem Teampartner gleich – ausgezeichnete 1056 Kegel standen für ihn auf dem Spielberichtsbogen.
Während Sobeck in gewohnter Manier seinen Wettkampf absolvierte, heute besonders stark im Spiel in die Abräumer agierte, sich ebenfalls ausgezeichnete 1031 Kegel erspielte, lief es bei Duttenhofer nicht ganz, wie gewünscht. Unter seinen Erwartungen bleibend, beendete er sein Spiel mit 951 Punkten. Die Gäste führten deutlich mit 181 Kegeln.
Mit dem neu formierten Mittelpaar Wolfgang Grötzner und Frank Pahlisch begannen die Hausherren ihre Aufholjagd. „Da geht noch was“, so die Motivation beider Akteure. Grötzner spielte sehr ausgeglichen, der große Reißer war auch ihm heute nicht vergönnt. Dennoch, er erspielte sich ebenfalls ausgezeichnete 1048 Kegel, wurde mit dieser Leistung heute Bester seines Teams. Sein direkter Gegner, Thomas Prill, begann fast zu verzweifeln: gute Würfe – schlechter Kegelfall – 931 Punkte standen für ihn am Ende an der Anzeige. In der zweiten direkten Auseinandersetzung konnte die Gäste wertvolle Punkte zurückerobern. Pahlisch  (939 Kegel), heute seine gewohnte Leistung nicht erreichend, mußte sich gegen Sascha Bräuer (967 Kegel) geschlagen geben. Der Vorsprung der Gäste betrug „nur noch“ 92 Kegel.
Doch damit nicht genug. Die Hauptstädter trumpften weiter auf. Was die kegelsportbegeisterten Roßlauer jetzt zu sehen bekamen, war heute das „Maß der Dinge“. André Krause zeigte allen Fans, was die Roßlauer Läufe hergeben können. Mit einem neuen Bahnrekord in Roßlau und zugleich einem neuen Auswärts-Liga-Rekord der 2. Bundesliga Ost unterstrich er heute seine ganz besonders hervorzuhebende Leistung. Mit nur einem Fehlwurf und mit noch nie dagewesenen 1127 gefallenen Kegeln unterstrich er seinen exzellenten Auftritt.
Henry Hennig hatte angesichts dieser „Übermacht“ aus Berlin nicht viel entgegenzusetzten. Seinen Aufwärtstrend der letzten Woche bestätigend, heute trotzdem nicht ganz überzeugend, beendete er sein Spiel mit 962 Kegeln. Zwar konnte sein Partner Ron Seidel seinem direkten Gegner noch wertvolle Punkte abnehmen, erspielte sich ausgezeichnete 1020 Kegel, dennoch behielten die Semperaner doch die Oberhand. Dirk Uhlig erspielte sich 938 Kegel.
Alles in allem wurde der Kampfgeist der „ersatzgeschwächten“ Berliner belohnt. Das Spiel endete mit einem Plus von 175 Kegeln für die Gäste. Der 12. Spieltag in Roßlau wurde durch würdigende Worte der gezeigten Leistungen beider Teamchefs und der Aushändigung einer Vielzahl Diplomen, überreicht vom Mannschaftleiter Henry Hennig, abgeschlossen. In sportlicher Anerkennung der dargebotenen Ergebnisse beendeten beide Teams den sportlichen Teil des Wettkampfes.
Roßlau: J. Sobeck 1031; A. Duttenhofer 951; W. Grötzner 1048; F. Pahlisch 939; H. Hennig 962; R. Seidel 1020
Berlin: A. Franke 1107; M. Noack 1056; T. Prill 931; S. Bräuer 967; A. Krause 1127; D. Uhlig 938