Magdeburg erstmals auf einem Abstiegsplatz

ESV Lok Elsterwerda –
Magdeburger SV 5475:5348

Von Dirk Hecht

Zum vorgezogenen 22. Spieltag der 2. Bundesliga Ost hatten die Kegler des MSV 90 beim Tabellennachbarn ESV Lok Elsterwerda anzutreten. Keinesfalls durften die Gastgeber aus dem Elbe-Elster-Kreis diese Partie verlieren, doch auch der Magdeburger SV wollte seinerseits mit einem Auswärtserfolg Anschluss ans Tabellenmittelfeld herstellen. Mit dem guten Gefühl des Sieges am vergangenen Spieltag in Brehna wollten die ESV-Akteure nach Punkten mit den Lemsdorfern gleichziehen und sich für die Hinspielniederlage revanchieren. Tatsächlich präsentierten sich beide Vertretungen in deutlich besserer Verfassung als beim Punktspiel in Magdeburg und kegelten besser als potenzielle Abstiegskandidaten. Letztlich siegte Elsterwerda deutlich, denn genau im richtigen Moment packte der ESV eine neue Saisonheimbestleistung aus. Schade für den MSV, denn zu einem anderen Zeitpunkt der Saison hätte das erzielte Mannschaftsresultat wahrscheinlich zum Sieg ausgereicht.

Die Domstädter hatten von Beginn an das Projekt Auswärtssieg im Auge und starten mit Ulf Wunderlich und Dirk Hecht mit dem Ziel, einen Vorsprung zu erkegeln. Dieses Vorhaben gelang leider nicht, da ein am heutigen Tage vorzüglich aufgelegter Benjamin Kube (928) den Gästen in die Suppe spuckte. Wunderlich (890) musste hart kämpfen, um Kube nicht zu weit enteilen zu lassen. Dirk Hecht gewann sein Duell gegen Frank-Rüdiger Beier mit 899 : 879, verpasste es aber mit einer unkonzentrierten Schlussbahn, dem Elsterwerdaer noch mehr Punkte abzuknöpfen. So lagen die Elbestädter knapp mit 18 Kegeln in Rückstand.

Mit dem zweiten Starterpaar wollte der MSV nun die ESV-Führung ins Wanken bringen. Maik Siegmund und Andreas Müller sollten mit ihren scharfen Würfen kontern. Doch auch hier hatte Elsterwerda eine passende Antwort parat. Rüdiger Werner egalisierte nahezu Siegemund mit 897:899 Kegeln. Martin Exner schlug Müller deutlich mit 898 : 861 Kegeln, sodass die Führung der Gastgeber um weitere 35 Kegel anstieg.

Dennoch war ein Sieg noch immer möglich für die Kegler aus der Landeshauptstadt. Steffen Blumtritt (893) und Sven Ostermann (906) kämpften verbissen und zeigten auf den nicht einfach zu bewältigenden Bahnen starke Leistungen. Trotzdem waren ihre Bemühungen nicht von Erfolg gekrönt, denn der ESV setzte noch einmal einen drauf. Nach langer Verletzungspause scheint Elsterwerdas Kapitän Uwe Scheibe wieder ganz der alte zu sein. Er markierte den Tagesbestwert mit tollen 954 Kegeln und ließ Blumtritt keine Chance. Routinier Robert Groschopp ließ sich animieren und kam in Scheibes Fahrwasser zu ebenfalls sehr guten 919 Kegeln. Ostermann (906) wurde bester Magdeburger des Tages, hätte aber bei konzentrierterem Abräumerspiel noch deutlich mehr Kegel treffen können. Der MSV bleibt in dieser Saison in der Fremde erfolglos und rutscht auf den zehnten Tabellenplatz ab.