Deutliche Niederlage auf Belgrader Bahn

KK Belgrad –
Rot-Weiß Zerbst 6:2 (15,5:8,5, 3829:3700)


Von Martin Herold

Eine unerwartet deutliche Niederlage mussten die Kegler von Rot-Weiß Zerbst in der „Königsklasse“ einstecken. Im Hexenkessel von Belgrad im Hinspiel der 1. Runde der Champions League kassierte der Deutsche Meister eine klare 2:6-Niederlage und nimmt damit eine schwere Hypothek mit ins Rückspiel in 14 Tagen.

Der Start verlief komplett in die falsche Richtung. Mathias Weber zog gegen den besten Belgrader Daniel Tepsa (704 Kegel) deutlich den Kürzeren. Er konnte keinen Satz auf seine Seite ziehen und unterlag folgerichtig mit 0:4-Sätzen gegen den famos aufspielenden Tepsa. Da auch Axel Schondelmaier weit hinter seinem Gegner Srsan Sokac hinterherlief, war zu diesem Zeitpunkt bereits ein großer Rückstand und eine schwere Aufgabe für die weiteren Zerbster Akteure entstanden. Schondelmaier gewann ebenfalls keinen Satz und ließ viele Kegel liegen.

Thomas Schneider und Torsten Reiser versuchten nun, eine Wende einzuleiten. Dies gelang aber nur zum Teil. Schneider gewann seine erste Bahn mit 174 Kegeln klar. Reiser musste nach der Führung in den Vollen noch den ersten Satz abgeben. Schneider ließ danach vermehrt Kegel liegen, konnte aber gegen den schwächsten Belgrader Milos Simijonovic wenigstens mit seinem 3:1-Satzsieg etwas Boden gut machen. Reiser gab parallel noch den zweiten Satz ab und stand folglich gehörig unter Druck. Nach einem gewonnenen starken dritten Satz verlor er wieder den letzten Satz und konnte so in einem spannenden Match gegen Congor Baranj nach dem 1:3 die Aufholjagd nicht fortsetzen.

Für die Schlußstarter des SKV, Boris Benedik und Kapitän Timo Hoffmann, hieß es nun, möglichst zwei weitere Mannschaftspunkte zu erkämpfen, um eine bessere Ausgangsposition für das Rückspiel zu holen. Doch beide begannen gleich mit Niederlagen gegen Goran Ostojic und Antal Arpad. Die Belgrader wollten die aus ihrer Sicht sehr gute Ausgangsposition mit allen Mitteln verteidigen. Doch Zerbst kam zurück. Benedik holte sich alle drei weiteren Sätze und gewann durch sein konstantes Spiel den erhofften MP. Hoffmann holte im zweiten Satz ein Unentschieden und somit keimte weitere Hoffnung auf. Nach einem indiskutablen dritten Durchgang war aber das Duell bereits gegen den Zerbster entschieden.

Großer Jubel brach schließlich auf Belgrader Seite aus. Denn der durchaus überraschend deutliche Sieg mit 6:2 und sehr guten 3829 Kegeln auf den sehr ergiebigen Bahnen in der serbischen Hauptstadt verschafft ihnen eine sehr gute Ausgangsposition für das Rückspiel in Zerbst. „Wir müssen uns mehr als deutlich steigern, wenn wir die nächste Runde erreichen wollen“, resümierte Oliver Scholler am Ende des Spiels. „Sicherlich sind wir zu Hause nur schwer zu schlagen, aber auch das Ergebnis von nur 8,5:15,5 gewonnen Satzpunkten wird schwer wiegen“, ergänzte Mannschaftskapitän Timo Hoffmann.

Die Aufstellungen: Daniel Tepsa – Mathias Weber 4:0 (704:607), Srsan Sokac – Axel Schondelmaier 4:0 (675:628), Congor Baranj – Torsten Reiser 3:1 (635:624), Milos Simijonovic/Nikola Popvic – Thomas Schneider 1:3 (570:621), Goran Ostojic – Boris Benedik 1:3 (604:633), Arpad Antal – Timo Hoffmann/Cosmin Craciun 2,5:1,5 (641:587).