IV. WM Einzel – Tagebuch

Der "Stunt" mit der Erdbeertüte

Kürbis mit Paprika – zu knacken war sie ja ...
Bernd Klein beim Aufräumen.

Donnerstag, 25. Oktober: Der Tag hatte eigentlich so gut begonnen. Beim Frühstück im Hotel lud auf dem Buffet ein riesiger Kürbis zum Motto des Tages ein. Der hereingeschnittene Mund hatte eine (ungarische) Paprika fest in den Zähnen. Ein gutes Omen. Leider hat es dann aber gerade im Ungarn-Duell für Thomas Schneider nicht gereicht. Gegen den Sprint-Weltmeister von 2010, Attila Nemes, schied er letztlich knapp aus. Dafür war die deutsche Frauenpower unschlagbar. Daniela Kicker und Corinna Kastner sorgten dafür, das auch am Freitag das Wettkampfgeschehen im Tagebuch eine Rolle spielen kann.
Am Nachmittag waren Thomas Schneider und Bernd Klein im Supermarkt, um sich Wasser zu besorgen. Bernd kaufte sich für den Transport eine Tüte zu vier Zloty. Die beiden haben den Bus zum Hotel gerade noch so erreicht. Als alle beim Hotel aus dem Bus ausstiegen, war Bernd Letzter und rief den anderen zu: „Was meint ihr zu meiner schönen Erdbeertüte?“ Der Benjamin der deutschen Truppe wollte sie schwenken, da riss sie auf und der gesamte Inhalt lag auf dem Parkplatz. Das Gelächter war natürlich riesengroß. Auch bei Harald Seitz, der so viele Fotos liefert. Deshalb hat er auch keinen Schnappschuss machen können – aber der „Stunt“ wirkt auch nachgestellt (siehe Foto). Und für Bernd lautete das Motto des Tages: "Das kommt mir nicht mehr in die Tüte!"

Der überraschte Bürgermeister

Tomasz Malepszy (links) inmitten der Sportdelegationen aus 17 Nationen. Foto: Harald Seitz

Mittwoch, 24. Oktober: Am Mittag hatte der Bürgermeister von Leszno, Tomasz Malepszy, zum Empfang geladen. Sportdirektor Harald Seitz war aus gutem Grund nicht ganz bei der Sache, stand doch mit Christian Helmerich ein deutscher Starter fast zeitgleich auf der Kegelbahn. So schnell er konnte, eilte er in die Trapez-Halle zurück. Zurück blieb ein verblüffter Bürgermeister, aber nicht wegen des deutschen WM-Oberhauptes. Nein, als alle Nationen einzeln aufgerufen wurden, um Geschenke mit dem Bürgermeister zu tauschen, sagte die Vertreterin von Bosnien-Herzegowina: "Herr Präsident, ich hatte gestern Geburtstag, ich nehme Geschenke entgegen und gebe keine." Sie hatte natürlich die Lacher auf ihrer Seite.
Lachen konnte am Abend auch Werner Buchs wieder. Als Vereinstrainer von Victoria Bamberg wären bei einem Sprint-Finale mit Ioana Vaidahazan und Corinna Kastner gleich zwei seiner Schützlinge auf Goldkurs gewesen. "Natürlich wäre es ein Traumfinale gewesen", gestand der Trainer, dem so zumindest nicht zwei Herzen in seiner Brust schlagen mussten.

Den Humor nicht verloren

Nach der Zuschauerrolle am Montag winkt am Dienstag das Rampenlicht: Thomas Schneider (links), Simone Bader (2. von rechts) und Daniela Kicker (rechts) in der Sporthalle gemeinsam mit Cheftrainer Günther Doleschel. Foto: Harald Seitz

Montag, 22. Oktober
Bernd Klein, der am frühen Abend noch mit seinem Ergebnis haderte, ist später im Hotel schon wieder zu Scherzen aufgelegt. Während sich die Dienstag-Starter noch überlegen, zu welchem Sport-Outfit gegriffen wird, schlägt der WM-Debütant Badeschlappen vor. Kein Wunder, er hat seinen Auftakt hinter sich. Bei diesem fieberte im wahrsten Sinne des Wortes Christian Helmerich am Handy mit. "Nichts Schlimmes", versichert Sportdirektor Harald Seitz, der trotzdem Bettruhe verordnet hatte. Schließlich war der Zerbster zuletzt in der Bundesliga gut drauf und rief auch beim Weltpokal seine Leistung ab.
Ein richtiges Pfund haute derweil die Einzel-Weltmeisterin von 2008, Corinna Kastner heraus; 609 Kegel, selbst die Titelverteidigerin Barbara Fidel (Slowenien) schaffte nur drei mehr. Das sieht stark nach 2. Runde aus. Bei Bernd Klein dagegen wird es eng werden: Von den 32 Startern am Dienstag dürfen nur zehn besser sein als. Und neben seinen Teamkollegen Christian Helmerich und Thomas Schneider kommen auch noch solche Titelkandidaten wie Vilmos Zaverko (Serbien), Norbert Kiss (Ungarn) oder auch Lothar Huber (Österreich).

Mit Corinna Kastner und Bernd Klein geht es los

Montag, 22. Oktober 2012
Um 16.00 Uhr wird es für das deutsche Sextett ernst. Corinna Kastner geht als erste Starterin auf die Bahn, um 17.10 Uhr folgt Bernd Klein.
Am Dienstag ist für Thomas Schneider Frühform gefragt: Er startet um 8.30 Uhr. 12.00 Uhr beginnt dann auch für Christian Helmerich die WM. Simone Bader (13.00) und Daniela Kicker (14.20) beschließen dann die erste Runde.

Montags halb zehn in Leszno...

...hat die deutsche Nationalmannschaft natürlich bereits gefrühstückt. Mit dem Teambus geht es anschließend zur Kegelanlage. Demnächst verraten wir auch, wer heute und wer morgen zum ersten Wettkampf ran muss. Nur soviel: Schonmal 16.00 Uhr und 17.10 Uhr vormerken! Mehr nach 12.00 Uhr an dieser Stelle.

Die IV. Einzel-WM in Leszno ist eröffnet

Sonntag, 21. Oktober, abends
Mit einem Showprogramm wurde die Eröffnungszeremonie der IV. Einzel-Weltmeisterschaften in Leszno am Abend eröffnet. Fahnenträger der deutschen Mannschaft war Bernd Klein, zugleich jüngstes Teammitglied.
Bis zum kommenden Samstag werden die Weltmeister in Einzel, Sprint, Kombination und Paar Mixed ermittelt. Los geht es am Montag mit der 1. Runde im Einzel.

Weitere Impressionen von der Eröffnungsveranstaltung

Zusätzlicher Startplatz im Sprint Frauen

Die deutschen WM-Starter Simone Bader (links), Bernd Klein (3. von links), Corinna Kastner (2. von rechts) sowie Victorias Trainer Werner Buchs, der Sandra Hirsch als Nationalmannschaftstrainer (Frauen) in Leszno vertritt. Mit auf dem Foto sind Fürther Teamkollegen, die natürlich Bernd Klein die Daumen drücken. Foto: Harald Seitz

Sonntag, 21. Oktober 2012
Am Nachmittag kommt der Delegationsleiter und Sportdirektor Harald Seitz mit einer Überraschung von der technischen Besprechung zurück: Im Sprintwettbewerb der Frauen kann Deutschland drei Starterinnen nominieren. "Einige Nationen haben Plätze zurückgegeben, davon können wir nun profitieren", so Seitz.
Zuvor hatte sich die deutsche Nationalmannschaft auf den Weg nach Leszno gemacht. Die drei Bamberger Spielerinnen Daniela Kicker (34), Corinna Kastner (40) und Simone Bader (40) konnten sich in Ruhe auf die Reise vorbereiten. Ihr Bundesligapunktspiel gegen den ESV Schweinfurt war im Vorfeld auf den 25. November 2012 verlegt worden.
Insgesamt sind sieben Spielerinnen und Spieler des DKBC-Pokalsiegers bei den Frauen und Männern, Victoria Bamberg, bei der WM am Start. Neben den drei deutschen Frauen sind das Beata Wlodarczyk (Polen), die aus Leszno stammt, Ioana Vaidahazan, Nicolae Lupu (beide Rumänien) und Michal Gredziak (Polen).

Nationaltrainer Männer machte es vor

Timo Hoffmann
Thomas Schneider
Christian Helmerich
Bernd Klein. Fotos: Oliver Scholler (3), SKC

Samstag, 20. Oktober 2012
Einen Tag vor der Eröffnung der IV. Einzel-Weltmeisterschaften sorgte ein Zerbster WM-Fahrer in der Bundesliga für einen Paukenschlag, der in Leszno gar nicht am Start ist: der Nationaltrainer der Männer, Timo Hoffmann. Mit 654 Kegeln spielte sich der 42-jährige beim 8:0 gegen Ravensburg in die Sechs des Spieltages und zeigte den drei deutschen WM-Startern, wie es geht. Sein Zerbster Teamkollege Thomas Schneider (32) stand ihm nur wenig nach, lieferte mit 641 Kegeln das drittbeste Tagesergebnis ab. Auch Christian Helmerich (28) landete mit 611 Kegeln jenseits der 600er-Marke. WM-Neuling Bernd Klein reist dagegen mit einer total verpatzten Generalprobe in Leszno an. Als Schlussspieler unterlag er mit 591 Kegeln seinem Kontrahenten Kurt Burkard mit 0:4-Sätzen. Als wenn das nicht genug wäre: Er gibt 44 Kegel ab – genau die Anzahl, die Führt benötigt hätte, um das Spiel gegen Karlstadt zu gewinnen. So hieß es am Ende 3:5 aus Sicht Viktorias. Doch was kommt nochmal meistens nach einer misslungenen Generalprobe ...
Mehr über den jüngsten deutschen WM-Starter (wurde am vergangenen Mittwoch 23 Jahre alt) hat übrigens nordbayern.de in Erfahrung gebracht. Hier geht es zum lesenswerten Artikel