Mandy Bley (KSV Cranzahl):

"Mein persönliches Ziel sind die deutschen Meisterschaften"

Cranzahler Familien-Trio: Mandy Bley (links) mit Mutter Carola (Mitte) und Schwester Heidi Bleyl. Foto: privat

Zum Jahresende sprach dkbc.live mit Mandy Bley vom KSV Cranzahl über die bisherige Saison und natürlich die Zielstellungen für 2013. Die 22-Jährige hält mit 533 Kegeln die Saison-Bestmarke aller 100-Wurf-Bundesligen des DKBC und hat die Traummarke in dieser Saison bereits viermal geknackt. Doch bei den Vereinsmeisterschaften im November 2012 stahl sie bei den Paarmeisterschaften selbst ihrem Schwager Michael Bleyl die Show - 562 Kegel sind seitdem die persönliche Bestleistung der Cranzahlerin. Dennoch denkt sie selbst noch an eine ganz andere Leistung, wenn es um die 500er in dieser Saison geht.

Hallo Mandy, 533 Kegel gegen Sangerhausen, das war die beste 100-Wurf-Leistung in der Saison 2012/13 in den DKBC-Bundesligen bislang. Herzlichen Glückwunsch dazu noch einmal von unserer Seite. Das war nicht dein einziger 500-er in dieser Saison, dennoch ein besonderer?

Mandy Bley: Dankeschön! Auf jeden Fall. Aber ich habe mich ebenso gefreut in Gräfinau kurz vor Weihnachten erstmals die 500 auch auswärts in der Bundesliga zu erzielen. Bei einfacheren Spielen wie Ortsmeisterschaften, im Altlandkreis oder im Verein ist mir das schön häufiger gelungen, aber in der Bundesliga 500 Kegel auf fremden Bahnen zu erreichen, ist schon was Tolles – auch wenn unsere Aufholjagd beim KSV letztlich nicht von Erfolg gekrönt war.

Wie geht es dir, wenn du auf die Traummarke zusteuerst?
Mandy Bley:
Ganz ehrlich, die Knie fangen an zu zittern. Du stehst kurz davor, hast noch drei Kugeln. Es steht ein Kegel, den musst du abräumen und dann noch eine Sechs spielen - zum Beispiel. Du denkst, das schaffst du. Genau dann spielt man aber oft ein Loch, und dann ist der Druck umso größer und man bangt nur noch: Hoffentlich geht alles gut. Die Knie werden weich, es zittert alles. Dann runterzukommen, um sauber spielen zu können, ist ganz schwierig.

Und wenn die 500 sicher sind, geht dann alles wie von selbst?
Mandy Bley:
Es ist auf jeden Fall befreiend. Wenn man über diese Traummarke ist, spielt man einfach nur noch auf Ergebnis.

Deine Keglerfamilie ist mit Schwester Heidi, Mutter Carola und Vater Helmut ja ein Quartett oder kommen da im Umkreis noch mehr dazu?
Mandy Bley:
Eigentlich sind wir, die Frauen, nur zu dritt. Der Vati war früher Schiedsrichter und ist jetzt Schiedsrichterbeobachter. Er geht zwar immer zu den Spielen mit, aber wenn er kegelt, dann nur zum Vergnügen. Im größeren Familienkreis gehören aber noch mein Schwager sowie Tanten und Cousinen zum Kreis der aktiven Kegler im Bezirk.

Was ist das Geheimnis, um viermal in der Saison 500 Kegel und mehr zu erzielen?
Mandy Bley:
Es ist tatsächlich eine sehr gute Saison für mich zum einen. Zum anderen gibt einen Spruch unter den Glauchauer Männern hier bei uns in der Region: Man braucht Bauch zum Kegeln. Da ich nun nicht unbedingt die dünnste bin, habe ich die nötige Kraft im Schub. Ich fühle mich auch topfit und habe wohl auch das bisschen Glück, was natürlich dazugehört. Es kommt in dieser Saison eben alles zusammen.

Welche Hobbies außer Kegeln hast du?
Mandy Bley:
Von den Wintersportarten fahre ich gern Schneeschuh oder Snowboard in Oberwiesenthal, ansonsten mag ich im Sommer vor allem Fahrradfahren. Aber ganz ehrlich: mein ganzes Leben dreht sich derzeit um Arbeit, Studium und Kegeln.

Die drei Dinge sind aber auch schwer unter einen Hut zu bekommen, oder?
Mandy Bley:
Das läuft zum Glück ein bisschen parallel. Ich arbeite tagsüber im Landratsamt Erzgebirgskreis in Annaberg und mache – einfach um mich weiterzuentwickeln – ein Abendstudium als Diplomverwaltungsbetriebswirtin. Freitags bin ich meist bei den Sehmaer Männern, weil ich im Kegeln meine zweite Familie gefunden habe. Ich kann da sowohl entspannen, als auch auftanken.

Wie bist du zum Kegeln gekommen, wer hat dich geprägt?
Mandy Bley:
Natürlich meine Mutter, wobei eine prägende Erinnerung vor allem meine Jugendtrainerin Barbara Schramm ist. Sie war ebenso aufmunternd wie fordernd und vor allem immer an unserer Seite. Eigentlich war sie rund um die Uhr für uns da. Dann ist weiter Günter Ulbrich aus Cranzahl zu nennen, den ich kennenlernte, als ich zu den Damen in die Landesliga kam. Er kegelt selbst in Cranzahl und war so oft hinter mir, hat mich auf Kleinigkeiten hingewiesen und mir letztlich jene Tipps gegeben, die mir noch gefehlt hatten, um besser zurechtzukommen.

Was sind das für Tipps, die einem nur jemand geben kann, der hinter dir sitzt beziehungsweise der auf dein Spiel schaut?
Mandy Bley:
Das Wichtigste ist zu wissen, dass überhaupt jemand da ist, egal ob man ihn nun im Spiel braucht oder nicht. Und dann ist er oder sie wichtig, wenn man Handfehler macht oder man zu kurz auflegt. Dann hilft es schon, wenn dir einer sagt: Mach dich länger, streck dich. Dann klappt es meist auch besser, weil man diese Fehler selbst gar nicht so schnell mitbekommt.

Wie muss ich mir das vorstellen, wenn keiner hinter einem ist? Wie gehst du damit um?
Mandy Bley:
Dann wird es schwierig. Ich versuche dann immer, mir die Worte von Günter einzuprägen und vor den Würfen an sie zu denken. „Mach dich lang, vor, über die Mitte, Kegel eins“ (lacht). Ich höre ihn dann fast: „Komm, Konzentration. Jede Kugel zählt. Du schaffst es.“

Wie sieht es mit deinen sportlichen Zielstellungen aus, deinen eigenen und denen mit dem Verein?
Mandy Bley:
Mein persönliches Ziel sind die deutschen Meisterschaften. Das wäre dann das sechste Mal. Und ich möchte dort auch mal richtig gut abschneiden, anders als in den Vorjahren, da war ich mit den Ergebnissen nicht so zufrieden. Mit der Mannschaft möchte ich die Klasse halten. Es sieht ganz gut aus, wenn wir weiterhin zu Hause so stark sind und zusammenhalten. Schön wäre natürlich auch mal ein Auswärtssieg dazwischen.

Was hat bislang gute Ergebnisse auf nationaler Ebene verhindert?
Mandy Bley:
Zum einen natürlich die Aufregung, wenn man plötzlich unter so vielen guten Keglern ist. Zum anderen sind auch die Kegler aus der Nationalmannschaft dabei. Da nimmt man sich schon vor, sie mal zu knacken. Doch dadurch ist es auch ein anderes Kegeln, es ist viel mehr Spannung drin. Dann stehen außerdem so viele Leute hinter einem, die ganze Atmosphäre ist anders und man selbst ist ziemlich allein auf der Bahn.

Wie steht du zu den 120 Wurf?
Mandy Bley:
Ich war ja im vergangenen Jahr bei den deutschen Meisterschaften über 120 Wurf dabei. Es war sehr interessant und hat mir auch sehr gut gefallen. Persönlich würde ich in der Mannschaft doch lieber bei 100 Wurf bleiben, weil sie mir einfach sympathischer sind. Natürlich ist es mit 120 Wurf aufregender und letztlich ist der Mensch ein Gewohnheitstier. Ich sehe es ziemlich neutral.

Was sind deine Wünsche für 2013?
Mandy Bley:
Ich wünsche mir den gleichen mannschaftlichen Zusammenhalt und dass wir gesund bleiben sowie den Klassenerhalt packen.

Mandy, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Michael Hohlfeld am 21.12.2012
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