Mario Lauterlein (KTV Zeulenroda):

„Da denkt man schon, es klebt einem ein bisschen das Pech an der Sohle!“

Mario Lauterlein vom KTV Zeulenroda stellte am 21. Oktober 2012 mit 1112 Kegeln einen neuen Rekord für die 2. Bundesligen auf. Foto: KTV

dkbc.live sprach am Telefon mit Mario Lauterlein (KTV Zeulenroda), der am 5. Spieltag der Saison 2012/13 in der 2. Bundesliga Süd als erster 200-Wurf-Kegler in dieser Saison die 1100-er-Marke knackte. Mit 1112 Kegeln stellte er eine neue persönliche Bestleistung und einen neuen Saisonrekord auf. Die DKBC-Bestmarke über 200 Wurf von Damir Dundic (KV Mutterstadt) vom 29. Oktober 2005 (aufgestellt in Ravensburg), verfehlte der 44-jährige Chef einer kleinen Elektrofirma nur um ganze 20 Kegel.


dkbc.live: Mario, Du hast Deine persönliche Bestleistung im ersten Startpaar aufgestellt, am Ende fehlte euch aber gegen Straubing ein einziger Kegel zum Sieg. Wie erlebt man so ein Spiel nach dem eigenen Auftritt?
Mario Lauterlein:
Man weiß eigentlich, was die anderen können und merkt dann auch, dass es zum Schluss knapp werden kann. Man hat immer das Gefühl, obwohl man gut geführt hat, das kann noch schief gehen.

dkbc.live: Was im letzten Durchgang ja auch passierte ...
Mario Lauterlein:
Ja, leider. Ich saß hinter Thomas Funk (siehe Extra-Interview hier) und musste zusehen, wie es auf der letzten Bahn abwärts ging. Wir hatten ja vor der letzten Bahn mit 100 Kegeln geführt.  Selbst vor den letzten zehn Kugeln lagen wir noch mit 50 vorn. Und dann fehlte am Ende ein einziger Kegel – unfassbar.

dkbc.live: Woran lag es letztlich?
Mario Lauterlein:
Die Konzentration fehlte einfach. Die Nachbarbahnen hatten nichts mehr zu verlieren, und auf einmal ging da die Post ab. Die haben Neunen gekegelt ohne Ende und der Vorsprung schmolz zusammen. Haben wir auf den ersten drei Bahnen im Schlussduo sogar den Vorsprung noch ausbauen können, so ging jetzt unseren beiden sichtlich die Düse, während die anderen von Kugel zu Kugel sicherer wirkten.

dkbc.live: Du saßest hinter Thomas Funk, der immerhin seine persönliche Bestleistung grandios steigerte (1090 Kegel – drittbester Saisonwert). Was konntest du für deinen Teamkollegen tun?
Mario Lauterlein:
Ich habe versucht, ihn zu beruhigen. Wir waren ja in Bereiche vorgestoßen, die wir noch nie erreicht hatten. Meine Leistung war natürlich Ansporn für ihn. Wenn man dann mit der letzten Kugel verliert, ist natürlich die Enttäuschung größer als die Freude über die eigene Bestleistung.

dkbc.live: War da bei deiner eigenen Superleistung sogar noch mehr drin? Beispielsweise der eine fehlende Kegel?
Mario Lauterlein
(lachend): Wenn ich mir meinen Wurfschein ansehe, muss ich schon sagen: Da war noch mehr drin. Es waren Reserven da.

dkbc.live: Wo wollt ihr mit dem KTV in dieser Saison hin?
Mario Lauterlein:
Vor der Saison hatten wir gesagt: Platz 4 bis 6. Für mehr hätten wir gegen Straubing gewinnen müssen. Wobei man dazu sagen muss, es ist innerhalb eines Jahres schon die zweite Niederlage mit einem Kegel Unterschied. Im Dezember 2011 haben wir in Wünschendorf ebenso so knapp verloren. Da denkt man schon, es klebt einem ein bisschen das Pech an der Sohle. Der Kegelschlag hat ja auch ein bisschen mit Glück zu tun. Aber egal, die zwei Zähler fehlen auf jeden Fall, um den Schritt nach vorn zu machen. Wir konzentrieren uns auf das Mittelfeld.

dkbc.live: Wie oft trainierst du in der Woche?
Mario Lauterlein:
Die letzten vier, fünf Jahre trainiere ich nur noch 100 Kugeln die Woche. Das ist zum einen der fehlenden Zeit wegen meiner Firma, aber auch meinen Knien geschuldet. Ich bin seit 36 Jahren im Kegelsport tätig und kann viel Erfahrung einbringen.  In diese 100 Trainingskugeln in der Woche lege ich aber meine ganze Konzentration hinein.

dkbc.live: Was war dein größter Erfolg bisher?
Mario Lauterlein:
Leider hat es nie mit der Teilnahme an der deutschen Meisterschaft geklappt. Vor zwei Jahren bin ich Dritter der Thüringenmeisterschaft geworden. Da haben fünf Kegel gefehlt, um sich für die Deutsche zu qualifizieren. Der Trainer der Thüringen-Auswahl, der ich seit 1999 angehöre, hat mir schon oft bescheinigt: Das, was mir noch fehlt, ist diese Teilnahme.

dkbc.live: Spielst du im Pokal auch gern die 120 Wurf?
Mario Lauterlein:
Ich habe in meinem Keglerleben schon viel durchgemacht. Ich habe Asphalt und Kunststoff gespielt, auch auf Plattenbahnen.  Ich selbst kann mich jetzt – fünf Jahre vor dem Senioralter – schlecht noch mit dem Paarkampf anfreunden. Das geht nicht gegen die 120 Wurf. Die wären ja für meine Knie gut. Sagen wir so: Wenn man von der Jugend oder jung an den Paarkampf gewöhnt ist, dann ist das sicherlich etwas anderes.  Meine Sache ist es nicht, ich sehe aber gern ein 120-Wurf-Spiel. Und wir können nun wirklich nicht sagen, dass 200 Wurf nicht spannend sein. (lacht)

dkbc.live: Wie sieht dein Kegelwochenende aus?
Mario Lauterlein:
Ich bin samstags mit den Männern und sonntags mit den Frauen unterwegs. Das hängt damit zusammen, dass ich mit einer Keglerin liiert bin – mit der Frauen-Landestrainerin Thüringen, Silke Altwasser, von Optima Erfurt.

dkbc.live: Mario, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Michael Hohlfeld am 30.10.2012.

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