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BL 120 Wurf M

SKV Rot-Weiß Zerbst 1999 vs. 1. SKK Viktoria 1921 Fürth
8 : 0

(21:3, 3901:3511)

Torsten Reiser – Patrick Scholler 4:0 (661:586), Mathias Weber – Dominik Gubitz 4:0 (651:583), Axel Schondelmaier – Sebastian Rüger 3:1 (630:582), Uros Stoklas – Bernd Klein 3:1 (648:637), Thomas Schneider – Jens Maier 3:1 (640:559), Boris Benedik – Christian Robold 4:0 (671:564)

Rot-Weiß jetzt alleiniger Tabellenführer
Fürth: Chancenlos - Deutliche Schwächen beim Abräumen

Stimmen zum Spiel

SKV-Präsident Lothar Müller: „Da haben die Jungs auch im Liga-Alltag gezeigt, wie stark sie sind."
Am Wochenende präsentierten sich die Kegler des SKV Rot-Weiß Zerbst in exzellenter Weltpokalform. Sie gewannen gleich zwei Bundesliga-Partien überdeutlich (Fürth 8:0/Schwabsberg 7:1) und sind seit der Bamberger Niederlage in Schweinfurt (2:6) alleiniger Spitzenreiter.

Am Sonnabend begrüßten die Zerbster Fans „ihre" Weltpokalhelden mit voller Halle und freudigem Applaus. Die Rot-Weißen bedankten sich mit einem 8:0-Sieg gegen die chancenlosen Gegner aus Fürth und einem Wahnsinns-Kegelergebnis jenseits der 3900er Grenze.

Vor den Augen des Zerbster Bürgermeisters Andreas Dittmann und den Kameras des MdR-Fernsehens starteten Torsten Reiser (4:0, 661) und Mathias Weber (4:0, 651) meisterlich. Konnten die Fürther Patrick Scholler (586) und Dominik Gubitz (583) im Vollespiel noch mithalten, standen sie gegen die starken Räumerleistungen der Rot-Weißen auf verlorenem Posten.

Thomas Schneider (links) gratuliert Mathias Weber zum gewonnenen Mannschaftspunkt. Die SKV-Kegler gewannen am Wochenende gleich zwei Ligaspiele souverän.
Foto: Thomas Zander

Im Mittelpaar agierte Sebastian Rüger (582) gegen den Zerbster Axel Schondelmaier (3:1, 630) nur eine Bahn auf Augenhöhe. „Mit 630 Kegeln auf die Auswechselbank, da brauch ich mich nicht zu sehr ärgern", brachte Schondelmaier die Top-Leistungen seines Teams mit einem Lächeln auf den Punkt. Denn auch Uros Stoklas (3:1, 648), der sich gegen den mit Abstand besten Fürther, Bernd Klein (637), in einem spannenden Fight durchsetzte, als auch die Zerbster Schluss-Spieler bestachen durch Weltpokal-taugliches Auftreten.

Während Thomas Schneider (3:1, 640) mit Jens Maier (559) keine Probleme hatte, schraubte der entfesselnd aufspielende Boris Benedik (4:0, 671) gegen Christian Robold (564) den Tagesbestwert nach oben und das Mannschaftsresultat auf tolle 3901 Kegel.

Thomas Zander
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Fürth chancenlos - Deutliche Schwächen beim Abräumen


Mit einer erwartet deutlichen 8:0-Niederlage im Gepäck mussten die Kegler von Viktoria Fürth ihre Heimreise vom Spiel beim frisch gebackenen Weltpokalsieger Rot Weiß Zerbst antreten. Wie chancenlos die Fürther beim amtierenden Deutschen Meister waren, beweist auch das Mannschaftsergebnis von 3901:3511 Kegeln aus Sicht der Zerbster.

Trainer Harald Rüger (Fürth):
„Das Spiel beim Weltpokalsieger zeigt deutlich unser derzeitiges Problem auf. Allein weit über 300 Kegel Differenz im Abräumen zeigt den Abstand zur Spitze in der Liga. Wir konnten vereinzelt den Gegner unter Druck setzen. Besonders Bernd Klein, aber auch in einzelnen Durchgängen Patrick, Dominik und Sebastian zeigten positive Ansätze. Für die nächsten Aufgaben müssen wir intensiv an der mentalen Stärke arbeiten."

Von der ersten Kugel an zeigte der Weltpokalsieger in welcher prächtigen Verfassung er sich derzeit befindet. Vor zahlreichen Zuschauern und einem Kamerateam des MDR hatten die beiden Viktorianer Patrick Scholler und Dominik Gubitz gegen die Zerbster Startspieler Torsten Reiser und Matthias Weber keine Chance. Konnten die Fürther im Spiel in die Vollen zeitweise noch mithalten, wurden im Abräumspiel Klassenunterschiede deutlich. Scholler unterlag schließlich dem auf konstant hohem Niveau spielenden Torsten Reiser (168, 163, 163, 167) deutlich mit 0:4 Satzpunkten und 586:661 Kegeln. Ebenso klar mit 0:4 und 583:651 musste sich Gubitz dem Zerbster Weber geschlagen geben.

Etwas Hoffnung auf einen Punktgewinn kam bei den Fürthern im Mittelabschnitt auf. So konnte Sebastian Rüger gegen Axel Schondelmaier sogar mit 1:0 in Führung gehen. Auch im zweiten Satz lag er zunächst vorne, ehe er sich selbst durch ein schwaches Abräumspiel den Punktgewinn verbaute. Rüger konnte sich zwar dann wieder steigern, aber Schondelmaier hatte inzwischen seine Spur gefunden und siegte letztendlich mit 3:1 Satzpunkten und 630:582 Kegeln. Der beste Fürther an diesem Tag war Bernd Klein, der dem mazedonischen Nationalspieler Uros Stoklas auf Augenhöhe begegnete. Bis kurz vor Ende konnte Klein das spannende Duell offen halten. Erst auf den letzten Würfen setzte sich Stoklas durch und sicherte sich mit 3:1 Satzpunkten und 648:637 Kegel den Mannschaftspunkt.

Noch deutlicher wurde der Unterschied zwischen den beiden Mannschaft im Schlussdrittel. Die Fürther Jens Maier und Christian Robold standen gegen Thomas Schneider und Boris Benedik ebenfalls auf verlorenem Posten. Maier konnte gegen Schneider, der sich nahtlos in die Topergebnisse seiner Mannschaftskollegen einreihte, immerhin einen Satzpunkt verbuchen, unterlag schließlich aber mit 1:3 und 559:640. Ebenso chancenlos war der Viktorianer Robold gegen den zweiten Mazedonier in Reihen der Zerbster. Benedik setzte mit 671 Kegel (Robold 564) auf die überragenden Leistungen seiner Teamkollegen noch einen drauf und siegte souverän mit 4:0 Satzpunkten. So stand mit 3901 Kegel am Ende ein sensationelles Ergebnis für den Welpokalsieger an der Anzeigetafel.

Der Fürther Sportwart Uwe Fleischmann war trotz der erwarteten Niederlage von seinem Team enttäuscht: „Dass wir hier keine Chance haben, war mir klar, und auch ein 0:8 kann in Zerbst immer passieren. Aber vom Gesamtergebnis habe ich mir schon mehr erwartet. 3600 Kegel waren unser Ziel, das wir somit deutlich verfehlt haben. Entscheidend dafür war unser schwaches Abräumspiel."

Uwe Fleischmann

Vorberichte

Zerbst: Doppelauftritt gegen Fürth und Schwabsberg

Nach dem triumphalen Gewinn des Weltpokals steht für die Spitzenkegler von Rot-Weiß Zerbst der Ligaalltag wieder auf dem Programm.

Und dieser klopft gleich mit voller Kraft wieder an die Tür, sodass kaum Zeit zum Feiern und Durchschnaufen besteht. Denn bereits am Samstag gastiert mit Victoria Fürth um 13 Uhr und am Sonntag in einem vorgezogenen Spiel vom 16. Spieltag der KC Schwabsberg um 11 Uhr am Zerbster Schützenplatz.

„Die Belastung ist nach dem Weltpokal sicherlich sehr groß. Aber wir haben einen breiten Kader, sodass wir jederzeit in der Lage sind zu wechseln", blickt Mannschaftsleiter Timo Hoffmann voraus.

Die Fürther mit ihrem neuen Trainer Harald Rüger konnten bisher in der Liga noch nicht voll überzeugen und holten nur einen Punkt im Derby gegen Schweinfurt.

„Die Saison hat bisher gezeigt, dass keine Mannschaft einen Gegner unterschätzen darf. Für uns heißt dass, die Konzentration wieder von der ersten Kugel an hoch zu halten", fordert Hoffmann von seinem Team. „Die Spieler wollen sich nach dem Weltpokalsieg auch unseren Fans zeigen und eine gute Leistung abliefern", ergänzt Hoffmann.

Dass auch das Spiel gegen Fürth kein Selbstläufer wird, zeigt der Blick auf die letzte Saison. Mit einem blauen Auge kamen die Zerbster dabei in Fürth gerade so mit einem Sieg davon und sind entsprechend gewarnt. Mit den etablierten Spielern um Matthias Schnetz und Michael Schobert wird die Mannschaft ergänzt durch den jungen Bernd Klein, der bereits an die Tür der Nationalmannschaft klopfte. Hinzukommt Patrick Scholler, der Bruder des Zerbsters Oliver Scholler.

Mit großer Erwartung blickt Vereinspräsident Lothar Müller auf den Doppelspieltag voraus: „Ich freue mich meine Weltpokalhelden in Zerbst begrüßen zu dürfen und jedem noch mal persönlich gratulieren zu können."

Martin Herold


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