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BL 120 Wurf M

SKC Victoria Bamberg vs. SKV Rot-Weiß Zerbst 1999
1 : 7

(9,5:14,5; 3519:3636)

Julian Hess – Mathias Weber 1,5:2,5 (589:604), Mathias Dirnberger – Uros Stoklas 1:3 (586:630), Paul Rohotin – Torsten Reiser 2:2 (592:616), Manuel Weiß – Boris Benedik 3:1 (596:550), Nicolae Lupu – Thomas Schneider 0:4 (578:614), Fabian Seitz – Cosmin Cracuin 2:2 (598:622)

Bamberg: Weltpokalsieger eine Nummer zu groß
Zerbst: Vorentscheidung im Titelkampf

Licht und Schatten beim einzigen Duellsieger der Bamberger: Manuel Weiß zeigte mit zwei starken Bahnen, welches Niveau in ihm steckt. Foto: SKC

Im Spitzenspiel der Kegler-Bundesliga musste Victoria eine verdiente 1:7-Niederlage gegen Rot-Weiß Zerbst hinnehmen. Sowohl bei den Satzpunkten (13,5:10,5) als auch in der Kegelwertung (3636:3519) hatte der amtierende Weltpokalsieger die Nase vorne und demonstrierte damit seine Überlegenheit. Beste Bamberger waren Fabian Seitz (598) und Manuel Weiß (596) während bei Zerbst gleich fünf Spieler über 600 Kegel kamen. Tagesbester wurde Uros Stoklas mit 630 Kegeln. Durch diese Niederlage hat der SKC Victoria nun vier Punkte Rückstand auf den Widersacher aus Zerbst – was quasi eine Vorentscheidung im Meisterschaftskampf ist.

Vor ausverkauftem Haus zeigten die Sportler bereits zu Beginn sehr guten Kegelsport, der zu viel Applaus führte. Uros Stoklas begann mit 109 Vollen, ließ 79 im Abräumen folgen und hatte damit 188 auf dem Totalisator. Dirnberger hatte hier mit 144 keine Chance und lag 0:1 zurück. Aber postwendend schlug Dirnberger zurück, da Stoklas nun Schwächen offenbarte. 1:1 und die Hoffnung, dass dies Kräfte freisetzen könnte. Leider fehlte dem SKCler, der keine schlechte Partie ablieferte, in den entscheidenden Phasen auch oft das Quäntchen Glück. So musste er die letzten beiden Sätze abgeben und unterlag Stoklas mit 1:3. Enger verlief das Duell von Julian Hess gegen Weber. Zu Beginn spielten beide 165 und teilten sich den Satzpunkt. Dann ergriff Weber die Initiative und nutzte jede Schwäche konsequent aus, was ihm den Satzgewinn einbrachte. Hess stand nun unter Druck. Es war ein enger dritter Satz, in dem erst der letzte Wurf die Entscheidung brachte. Weber konnte Hess noch abfangen und führte damit uneinholbar mit 2,5:0,5. Hess kämpfte verbissen weiter und sicherte sich den letzten Satz – an der Niederlage änderte dies aber nichts mehr. Im Kampf von Rohotin gegen Reiser setzte sich die Routine des deutschen Nationalspielers durch. Nach ausgeglichenen Sätzen gab die Kegelwertung den Ausschlag über Sieg und Niederlage. Reiser lag deutlich mit 616:592 vorn. Es war ein Art Vorentscheidung gefallen. Bamberg lag mit 0:3 zurück und hatte bereits 103 Kegel Rückstand. „Entscheidend für den weiteren Spielverlauf war bereits der 1. Satz. Zerbst hat hier eindrucksvoll seine Stärke demonstriert und sich damit viel Selbstvertrauen gesichert, was man anschließend auch sehen konnte. Zudem hatte Zerbst gleich fünf Spieler jenseits der 600er-Marke und bei uns gelang es keinem Spieler, diese Marke zu durchbrechen. Am Ende war es ein verdienter Sieg für Zerbst, wobei uns die Höhe der Niederlage schon weh tut. Man sollte aber nicht vergessen, dass wir heute mit der jüngsten Mannschaft der Vereinsgeschichte angetreten sind. Es fehlt in den entscheidenden Phasen noch die Routine, aber für die Zukunft ist es der richtige Weg" so Trainer Csanyi nach der Niederlage.

Mit dem deutlichen Rückstand traten die Schlusstrios an. Seitz hatte zu Beginn Probleme, seinen Rhythmus zu finden, was in einem 0:2 mündete. Doch dann steigerte er sich deutlich und zeigte guten Kegelsport. Es gelang ihm noch der Ausgleich zum 2:2, aber ihm fehlten trotz eines Bamberger Bestwertes (598) 24 Kegel. Im Duell von Lupu gegen Schneider musste Bamberg eine besonders herbe Niederlage einstecken. Schneider hatte die ersten drei Sätze für sich entschieden, ehe Lupu sich besann und sich noch den letzten Satz fholte. Im Spiel von Manuel Weiß wechselten sich Licht und Schatten ab. Zweimal ließ er schwachen Durchgängen starke folgen und deutete darin sein Niveau an. Nach drei Sätzen führte Weiß mit 2:1 und hatte 29 Kegel Vorsprung. Da das Spiel bereits entschieden war, wechselte Zerbst aus und brachte Schondelmaier für Benedik in die Begegnung. Dieser zeigte zwar eine souveräne Vorstellung konnte den abschließenden 163 aber nichts entgegensetzen. Am Ende siegte Weiß mit 3:1 und fuhr den einzigen MP für den SKC Victoria einfahren. Zerbst entschied insgesamt fünf Einzelduelle für sich entscheiden und hatte auch in der Kegelwertung einen deutlichen Vorsprung was zum verdienten 1:7 führte.

Markus Habermeyer

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Zerbst: Vorentscheidung im Titelkampf

Eine erste Vorentscheidung im Kampf um die Deutsche Meisterschaft im Classic-Kegeln ist gefallen. Mit einem klaren 7:1-Sieg mit 3636:3519 Kegeln beim Erzrivalen Victoria Bamberg hat sich der SKV Rot-Weiß Zerbst vorerst deutlich von der Konkurrenz abgesetzt.

War nicht sein Tag: Boris Benedik wurde nach drei Bahnen gegen Axel Schondelmaier ausgetauscht. Alle anderen Zerbster spielten allerdings wie aus einem Guss. Foto: Oliver Scholler

Alle Jahre wieder... So kann man mit Fug und Recht die zuletzt immer meisterschaftsentscheidenden Duelle zwischen den beiden Spitzenteams der Kegel-Bundesliga beschreiben. Und erneut konnten die Zerbster Spitzenkegler das Spiel in der „Höhle des Löwen", der Bamberger Kegelanlage, von Beginn an dominieren. Die Hausherren hatten zu keinem Zeitpunkt der Partie den Hauch einer Chance. „Bamberg hat zu keinem Zeitpunkt vermittelt, dass sie an einen Erfolg gegen uns glauben. Wir haben nicht einmal unsere beste Leistung abgeliefert, um zu gewinnen", resümierte Mannschaftsleiter Timo Hoffmann. „Wirklich starken Bahnen folgten immer auch wieder durchwachsene Spielphasen. Aber wir haben immer zum richtigen Zeitpunkt den Schalter wieder umgelegt."

So verlief das Spiel auch in der Startphase. Mathias Weber (2,5:1,5/604), Uros Stoklas (3:1/630) und Torsten Reiser (2:2/616) starteten superstark. Alle drei Zerbster hatten allerdings zwischenzeitlich auch Probleme, konnten jedoch gegen Julian Hess (589), Mathias Dirnberger (566) und Paul Rohotin (592) in den entscheidenden Phasen ihre Leistung abrufen und letztlich punkten. Besonders der Zerbster Neuzugang Stoklas bewies bei seinem ersten Auftritt in Bamberg mit dem Tagesbestwert seine Klasse. Bei 3:0-Mannschaftspunkten und 102 Kegeln Vorsprung war eine Vorentscheidung gefallen. „Entscheidend für den weiteren Spielverlauf war bereits der erste Satz. Zerbst hat hier eindrucksvoll seine Stärke demonstriert und sich damit viel Selbstvertrauen gesichert", so der Bamberger Trainer Bela Csanyi nach dem Spiel.

In der zweiten Spielhälfte kam nur Boris Benedik nicht wirklich zurecht. Er wurde auf der letzten Bahn durch Axel Schondelmaier (zusammen 1:3/550) ersetzt. Gegen Manuel Weiß (596) gab es nichts zu holen. Da aber zeitgleich Thomas Schneider (3:1/614) und Cosmin Craciun (2:2/622) mit konstantem Spiel begeisterten und Nicolae Lupu (578) und Fabian Seitz (598) im Griff hatten, war der verlorene MP von Benedik nur Ergebniskosmetik. „Zerbst hatte gleich fünf Spieler jenseits der 600er-Marke und bei uns gelang es keinem Spieler diese Marke zu durchbrechen. Am Ende war es ein verdienter Sieg für Zerbst, wobei uns die Höhe der Niederlage schon weh tut", meinte Csanyi abschließend.

Auf die Frage, ob die Meisterschaft mit diesem wichtigen Erfolg schon entschieden ist, gab SKV-Teamchef Hoffmann an: „Momentan haben wir alles selbst in der Hand. Wenn wir so konsequent weiter arbeiten, glaube ich schon, dass mit den vier Punkten Vorsprung eine gewisse Vorentscheidung gefallen ist. Aber endgültig ist noch nichts, dafür ist die Saison noch zu jung." Warum seine Jungs so einsam ihre Kreise auf Spitzenniveau ziehen, wusste er auch: „Wir sind in dieser Saison einfach noch stärker als zuletzt. Auch die Spieler, die momentan hinten dran sind, sind so stark und beweisen dies auch immer wieder, wenn sie in der zweiten Bundesliga eingesetzt werden. Wenn zum Beispiel Boris Benedik mal schwächelt, zieht Cosmin Craciun mal so eben hier in Bamberg eine 622."

Die nächste Bewährungsprobe für den SKV steht bereits am kommenden Sonnabend an. Da geht es zum derzeitigen Tabellendritten, SKV Peiting. Der Weltpokalsieger muss konzentriert ans Werk gehen, haben in Peiting doch so ambitionierte Teams wie Amberg oder Schwabsberg bereits Federn lassen müssen.

Thomas Zander


Vorberichte

Der Ranglistenerste
Matthias Weber
Rot-Weiß Zerbst

Der Ranglistenzweite
Nicolae Lupu
Victoria Bamberg




Bamberg: Bis zur letzten Kugel alles geben

Zerbst: "Komfortable Situation – müssen nicht gewinnen"

Vizemeister gegen Meister, so lässt sich das bevorstehende Schlagerspiel der DKBC-Bundesliga 120 Wurf zusammenfassen. „Zerbst spielt derzeit in einer eigenen Liga, da keine deutsche Mannschaft aktuell solche Leistungen vollbringt wie der amtierende Weltpokalsieger aus Sachsen-Anhalt", schieben Bambergs Verantwortliche die Favoritenrolle den Zerbstern zu.

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Bambergs Trainer Bela Csanyi: „Wir werden schon versuchen, Zerbst mit unserer Aufstellung zu überraschen und müssen die wenigen Chancen die uns eventuell geboten werden, rigoros ausnutzen. Zuhause haben wir eine Chance und mit dem Bamberger Publikum im Rücken hoffe ich natürlich auf einen positiven Ausgang für unser Team."
Dennoch will man am Samstag ab 13 Uhr mehr sein als ein Sparingspartner für die Mannschaft um Trainer Oliver Scholler. Zerbst weist bisher eine makellose Bilanz vor und will auch in Bamberg punkten. Nur mit einem Sieg könnten die gastgeber die Sachsen-Anhaltiner ärgern und wieder gleichziehen. Dies ist aber bei Weitem keine leichte Aufgabe, hat sich Zerbst vor der Saison noch die Dienste von Uros Stoklas gesichert und damit seinen Kader noch weiter verstärkt. Es werden definitiv sechs Topspieler bei den Gästen zum Einsatz kommen, die allesamt über genügend internationale Erfahrung verfügen. In den Spielen der beiden Dauerrivalen wird auch jede Saison der Meister ausgefochten. Hier allerdings hat Zerbst die Nase weit vorn, wenn man die letzten Jahre betrachtet. Vergessen machen möchte man die Niederlage aus dem Vorjahr, als Bamberg dem SKV deutlich unterlag und damit die deutsche Meisterschaft verspielte. Bambergs Spieler werden bis zur letzten Kugel alles geben, um die Herkulesaufgabe zu bewältigen!

Markus Habermeyer

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Zerbst: "Komfortable Situation – müssen nicht gewinnen"

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Oliver Scholler
(Trainer Zerbst)„Wir haben eine komfortable Situation und müssen nicht gewinnen. Nach dem bisherigen Saisonverlauf wollen wir aber alle Spiele gewinnen und auch in Bamberg siegen."
Pünktlich zu Halloween kommt es in einer vorgezogenen Partie vom 11. Spieltag zum Showdown in der höchsten Liga im deutschen Kegelsport. Im fränkischen Bamberg messen im Gipfeltreffen der achtmalige deutsche Meister SKV Rot-Weiß Zerbst und dessen Dauerrivale um den Titel SKC Victoria Bamberg miteinander die Kräfte.

Wie in den vergangenen Jahren fällt in den beiden direkten Duellen der Spitzenmannschaften die Entscheidung um den nationalen Titel. In diesem Jahr gehen die Zerbster mit einem Zweipunktvorsprung ins Rennen, denn die Bamberger mussten eine schmerzhafte Niederlage in Schweinfurt einstecken. Somit stehen die Hausherren gehörig unter Druck und brauchen dringend einen Sieg, um eine Vorentscheidung im Meisterrennen zu verhindern.

Dass aber nach einer bisher makellosen Bilanz in der Liga und dem Weltpokalgewinn natürlich nicht zwangsläufig ein Sieg in Bamberg folgt, weiß auch Oliver Scholler: „Wir dürfen keine Mannschaft unterschätzen. Dafür ist die Victoria mit zu guten Spielern besetzt und zudem die Liga mittlerweile deutlich ausgeglichener besetzt", fasst der Zerbster Trainer seine bisherigen Saisoneindrücke zusammen.

Deutschlands erster 700er-Kegler, Torsten Reiser, hält gemeinsam mit Nicolae Lupu die Bundesliga-Saisonbestleistung von 680 Kegeln. Foto: Oliver Scholler

Die Gastgeber mussten vor der Saison einige wichtige Abgänge verkraften. Darunter waren Nationalspieler Lars Pansa, der zurück in seine Heimat nach Zwickau ging sowie Miroslav Jelinek und Michal Gredziak. Anderseits konnten die Bamberger sich mit Fabian Seitz, ebenfalls WM-Teilnehmer für Deutschland und dem rumänischen WM-Teilnehmer Paul Rohotin namhaft verstärken. Dass die gesamte Mannschaft bisher noch nicht an ihr wahres Leistungsvermögen heranreichen konnte, darf nicht über die individuelle Klasse hinwegtäuschen.

Auf Zerbster Seite hat Trainer Scholler wieder die Qual der Wahl in der Aufstellung. Cosmin Craciun stellte am vergangenen Wochenende einmal mehr seine ansteigende Form unter Beweis. Dazu präsentierte sich Christian Helmerich nach längerer Pause im Spiel bei der zweiten Mannschaft auf hohem Niveau. „Unsere große Stärke ist die mannschaftliche Geschlossenheit und dass jeder, wenn es darauf ankommt, noch mal 10% oben drauf legen kann", blickt Scholler voraus.

Martin Herold

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