Europacup-Champions und Titelverteidiger weiter

Champions League, 1. Runde (25. November/9. Dezember 2023)

Rückspiele, 9. Dezember 2023, 13.00 Uhr

Für die 2. Runde der Champions League, die am 18. Dezember ausgelost wird, qualifizierten sich aus dem deutschen Quintett der Titelverteidiger bei den Männern, Rot-Weiß Zerbst, sowie die Europapokalsieger:innen SV Pöllwitz (Frauen) und SKK Raindorf (Männer). Die Frauen vom KV Liedolsheim und die Männer vom VfB Hallbergmoos scheiterten nur knapp.

Männer:

Titelverteidiger auch im Rückspiel ungefährdet

KK Maribor (SLO) –
Rot-Weiß Zerbst
1:7 (9,5:14,5; 3472:3563)

Hinspiel 1:7

Der Titelverteidiger wurde seiner Rolle vollauf gerecht, sicherte bereits am Start mit drei Duellsiegen das Weiterkommen auf schweren Bahnen. Youngster Alex Karl bewies dabei Nervenstärke, als er nach einem 2:0/16 mit einer 119er-Bahn enorm unter Druck geriet, diesem aber stand hielt und einen 3:1-Sieg unter Dach und Fach brachte. Michael Reiter (607) reichten zwei sehr gute Mittelbahnen, um den Teambesten der Gastgeber, Timi Jurancic (600), in Schach zu halten. Die meisten Kegel fielen im Finalabschnitt bei Tim Brachtel mit 613 Kegeln, Marcus Gerdau spielte zu unbeständig, um das 1:3 in seinem Duell verhindern zu können.

Europapokalsieger mit Glanzvorstellung auswärts

Kaposvari TK (HUN) –
SKK Raindorf
0:8 (5:19; 3538:3730)

Hinspiel 2:6

Zu keinem Zeitpunkt der Partie war der Europapokalsieger gefährdet und fuhr regelrecht einen Kantersieg ein. Das lag zum einen an Mathias Weber (642), der sich im Duell der Teambesten am Start gegen Sandos Farkas (631) durchsetzen konnte. Zum anderen zwang Michal Kotal das Glück des Tüchtigen: Nach 115 Vollen auf der letzten Bahn sah er wie der sichere Sieger au. Doch Gabor Kovacs räumte auf der Schlussbahn 79 Kegel und kam dem Duellsieg immer näher. Erst als er in Wurf119 eine offen Fünf anspielte und nur zwei räumte, war der 3:1-Sieg des Raindorfers auch in trockenen Tüchern.

Aus trotz des Heimsieges gegen Weltpokalsieger

VfB Hallbergmoos –
KK Neumarkt
5:3 (14:10; 3819:3748)

Hinspiel 2:6

Bei den Gastgebern rückte Damir Cekovic ins Team für Simon Axthelm, die Gäste stellten mit dem Partiebsten Vilmos Zavarko (677) und Erik Kuna zwei aus ihrem herausragenden Trio an den Start. Dennoch lief 90 Wurf alles nach Plan für den VfB, – bis dahin hatten Zavarko und Kiss gerade einmal drei Sätze eingesammelt und Bojan Vlakevski, Bester auf Hallbergmooser Seite mit 661 Kegeln, sein Duell hingegen vorzeitg nach Hause gebracht. Doch dann gewann nicht nur Vilmos Zavarko sein Duell gegen Mario Nüsslein mit einem Remis im letzten Satz. Auch Kuna drehte ein 1:2/4 gegen Tobias Kramer und zu allem Überfluß verlor Vlakevski den letzten Satz. Der Weltpokalsieger hatte damit nicht nur zwei Duelle im Sack, sondern brauchte nur noch drei Satzsiege zum Weiterkommen. Schon hier erwies sich die Hypothek aus dem Hinspiel als zu groß.
Auch im Schlussabschnitt zeigten die Gastegber, dass sie gar nicht so viel schlechter als die Neumarkter waren. Erst auf der dritten Bahn hatten die Gäste die nötigen Sätze beisammen. Der Rest war Prestige: So sehr sich Damir Cekovic auch wehrte, Tamas Kiss war die erwartete dritte italienische Bank fürs Weiterkommen des Titelverteidigers.

Frauen

Europapokalsiegerinnen sichern Weiterkommen frühzeitig

KK Proteus Postojna (SLO) -
SV Pöllwitz
3:5 (12:12; 3347:3370)

Hinspiel 1:7



Marie-Christin Illert war Partiebeste in Postojna. Foto: SVP/Facebook

Die von Marie-Christin Illert (591) am Start gewonnene letzte Bahn im Duell der Teambesten gegen Sandra Dostanic (590) sicherte den Gästen bereits das Weiterkommen, weil die zwei notwendigen Duellsiegen fürs Weiterkommen unter Dach und Fach waren. Anschließend konnte Pöllwitz bei einem Wechsel internationale Einsatzzeiten verteilen und das in die Vollen wenig abgestimmte Spiel von Selina Thiem verkraften. Dass am Ende sogar ein Auswärtssieg gelang, war dann eine vorweihnachtliche Zugabe. 

Ohne Topduo rann Vorsprung dahin

Slavia Prag -
KV Liedolsheim
7:1 (15,5:8,5, 3537:3324)

Hinspiel 2:6

Ohne Saskia Seitz und Yvonne Schneider rann den Gästen der Vorsprung durch die Finger. Die Gastgeberinnen witterten nach dem Partiebestwert von Linda Lidman (663) Morgenluft und nutzten die sich bietenden Chancen bis hin zur zweiten Bahn im Schlussabschnitt, die beim Stand von 4:0 in den Duellen die notwendigen 14,5 Zähler für den Einzug in die 2. Runde brachten. Danach bekam die eingewechselte Karoline Utikalova internationale Atmosphäre geboten und zugleich auch Anschauungsunterricht duch Liedolsheims Beste, Sandra Sellner (619), die konstant ihr Spiel durchbrachte.

Hinspiele, 25. November 2023, 13.00 Uhr

Fünf deutsche Mannschaften greifen nach den Internationalen Klubwettbewerben erneut nach den europäischen Sternen – diesmal in der Königsklasse, der NBC Champions League. In den Hinspielen der 1. Runde konnten vier Heimsiege und ein respektables 2:6 beim Weltpokalsieger Neumarkt eingefahren werden. Die Rückspiele finden am 9. Dezember 2023 statt.

Männer (Re-live):
KK Neumarkt (ITA) –
VfB Hallbergmoos

6:2 (15,5:8,5; 3730:3619)
Es kann sein, dass Lukas Funk dieses letzte Bild im Schlussdurchgang noch ein wenig verfolgt, so verkorkst – inklusive Fehler – spielte er es, dass der mögliche dritte Duellsieg für die Gäste noch durch die Finger rann. Die Highlights der Partie boten am Start Bojan Vlakevski (663) und Vilmos Zavarko auf Neumarkter Seite (671) in einem Fernduell gegen chancenlose Kontrahenten. Der zweite Duellsieg von Mario Nüßlein in der Mitte lässt die Gäste darauf hoffen, im Rückspiel den Bock gegen den Weltpokalsieger noch umstoßen zu können.
sportnews.biz: Dank Armin Egger: Die KK Neumarkt darf mit dem Viertelfinale planen

SKK Raindorf (GER) –
Kaposvari TK (HUN)
6:2 (15:9; 3800:3700)
Das war ein schweres Stück Arbeit für die Hausherren, die die Partie erst im Schlussduo noch klar für sich entscheiden konnten. Davor konnten die Ungarn um ihren Besten, Peter Bothazy (654), gut mithalten und zwei Duelle einsacken. Bothazy sorgte auch dafür, dass nach dem Start mit Partiebestwert für Mathias Weber (675) und 56 Kegeln Vorsprung für Raindorf, dieses Polster bis auf 33 Kegel vor dem Schlussdurchgang abschmolz. Im Finaldurchgang sorgte vor allem Manuel Lallinger mit starken gleichmäßigen 664 schließlich für etwas entspanntere Gesichter bei den SKK-Verantwortlichen. Dass aber ein 6:2 nicht die halbe Miete ist, haben die Chambtalkegler im Vorjahr schmerzlich erfahren müssen, da reichte selbst ein 6:2-Hinspielsieg – auswärts erzielt – nicht zum Weiterkommen.

Marcus Gerdau sorgte mit 716 Kegeln beim 7:1 der Zerbster gegen Maribor für das beste Einzelresultat. Foto: Sport Print Zander

Rot-Weiß Zerbst
KK Konstruktor Maribor (SLO) 
7:1 (17,5:6,5; 4015:3787)
Wie schon in der Woche zuvor gegen Hallbergmoos ließ sich der Titelverteidiger am Start mit einem Duellverlust unter Druck setzen. Doch Startspieler Michael Reiter gab beim 1,5:2,5 gegen den Teambesten der Gäste, Mirko Sterzaj (652) alles und war im so hochwichtigen dritten Satz, den er um einen Kegel verlor, drauf und dran, nach 106:111-Vollen das Momentum im Räumen noch auf seine Seite zu ziehen. Er verpasste es knapp, verlor jedoch am Ende kaum Kegel, sodass Zerbst 1:1/12 führte. In der Mitte zog der Favorit schnell davon, Marcus Gerdau markierte den Partiebestwert mit herausragenden 716 Kegeln und am Schluss musste Igor Kovacic auf der Schlussbahn nur noch konzentriert bleiben, um auch das fünfte Einzelduell nach Hause zu bringen. Den klaren Heimerfolg unterstreichen erneut starke 4015 Kegel.

Michael Reiter (Zerbst): „Wenn ich auf die Bahn gehe, bin ich im Tunnel“
SKV gegen Slowenen Favorit

Frauen
KV Liedolsheim
KK Slavia Prag (CZE)
6:2 (14:10, 3554:3399)
Zwei Duelle und zehn Sätze ließ sich der Vizemeister letztlich von den Pragerinnen stiebitzen - und das, nachdem mit 4:0/11:5 am Start und in der Mitte eigentlich alles nach Fahrplan gelaufen war. Yvonne Schneider hatte mit 620 Kegel den Partiebestwert erzielt, das Gesamtpolster war auf 171 angewachsen. Doch dann folgten zwei bittere Einzelniederlagen, die trotz zweier Wechsel nicht vermieden werden konnten und den Spannungsbogen für das Rückspiel unerwartet erhöhten. Fast hätte dabei die beste Gästespielerin, Helena Gruzkova (619), noch den Partiebestwert an sich gerissen. Mehr Warnung braucht es vor dem Rückspiel nicht.

Yvonne Schneider (rechts) freut sich über ihren Duellsieg mit Partiebestwert von 620 Kegeln. Foto: KVL/Facebook

SV Pöllwitz
KK Proteus Postojna (SLO)
7:1 (17:7; 3721:3407)
Dem Europapokalsieger gelang der in allen Belangen deutliche Heimsieg, der die Thüringer entspannter nach Slowenien reisen lässt. Der Doppel-Wumms von Pia Köhler (642) und Sarah Conrad (672) pushte auch die Mitspielerinnen in den folgenden Abschnitten. Den glatten Heimsieg gab Gabi Muhl schließlich erst auf den letzten zehn Wurf gegen Natasa Tibola aus der Hand. Beste auf Seiten der Gäste war Leila Lisjak mit 580 Kegeln.

Gemeinsames Gruppenbild in Zeulenroda mit den Teams aus Pöllwitz und Postojna. Foto: SVP/Facebook

Weiter spielten, Männer
KK Zapresic (CRO) –
CFR Cluj (ROU) 8:0 (21.5:2,5)

SK Neunkirchen (AUT) –
KK Mertojak (CRO) 5,5:2,5 (12,5:11,5)

Zalaegerszegi TK (HUN) –
Szegedi TE (HUN) 3:5 (12,5:11,5)

KK Zadar (CRO) –
SK Zeleziarne Podbrezova (SVK) 3:5 (11:13)

KK Beograd (SRB) –
KK Triglav (SLO) 2:6 (12:12)

Frauen
KK Alimenta (SRB) –
Ferencvarosi TC (HUN) 7:1 (17,5:6,5)

CS Electromures Romgaz (ROU) –
BBSV Wien (AUT) 6:2 (16,5:7,5)

ZKK Istra Porec (CRO) –
KK Calcit (SLO) 6:2 (16:8)

KK Mlaka Rijeka (CRO) –
ZKK Vojvodina (SRB) 7:1 (15:9)

SK Neunkirchen (AUT) –
KSV Wien (AUT) 6:2 (16:8)

KK Slovan Rosice (CZE) –
KK Zagreb (CRO) 6:2 (13,5:10,5)

Auslosung

Wieder Hammerlos für Hallbergmoos: NBC-Pokalfinalist muss zum Weltpokalsieger

Losfee bei der Auslosung war Boglárka Hari, ungarische Vizeweltmeisterin im Einzel 2022. Am heftigsten erwischte es bei den Männern den VfB Hallbergmoos. Wie schon im Vorjahr trifft der NBC-Pokalfinalist auf den amtierenden Weltpokalsieger. Nach Zerbst (3:5, 2:6) ist es diesmal der KK Neumarkt. Die Italiener hatten im Weltpokalfinale von Apatin den KK Zapresic mit 6:2 bezwungen. Champions-League-Titelverteidiger und Weltpokaldritter Zerbst bekommt es mit KK Konstruktor Maribor zu tun, die Slowenen waren im Weltpokal Achte geworden. Der SKK Raindorf trifft mit Kaposvari TK auf ein neues Gesicht in der Champions League: Es ist wie im Vorjahr ein Gast aus Ungarn. Diesmal allerdings soll die 2. Runde erreicht werden, nachdem im vergangenen Dezember gegen Zalaegerszegi TC ein 6:2-Auswärtssieg nicht reichte, weil das Heimspiel 1:7 anschließend verloren ging. Kaposvari hatte sich für die Champions League durch ein 8:0 im Spiel um Platz 3 beim NBC-Pokal gegen den VKC Eppelheim qualifiziert.

Männer:
KK Neumarkt (ITA) – VfB Hallbergmoos
SKK Raindorf (GER) –
Kaposvari TK (HUN) ) 
Rot-Weiß Zerbst – KK Konstruktor Maribor (SLO)

KK Zapresic (CRO) – CFR Cluj (ROU)
SK Neunkirchen (AUT) – KK Mertojak (CRO)
Zalaegerszegi TK (HUN) – Szegedi TE (HUN) 
KK Zadar (CRO) – SK Zeleziarne Podbrezova (SVK)
KK Beograd (SRB) – KK Triglav (SLO)

Bei den Frauen erhielt das deutsche Duo spannende, aber auch lösbare Aufgaben. Der Weltpokalvierte KV Liedolsheim hatte seit der Auslosung 2011 – damals gegen Targu Mures – auf internationale Einsätze in der Königsklasse verzichtet und schlägt nun am 25. November im Heimspiel gegen Slavia Prag ein neues Kapitel in seiner Klubgeschichte auf. Die Tschechinnen hatten im Europapokal das Halbfinalduell gegen Pöllwitz mit 1:7 verloren und waren nach einem 2:6 gegen Ferencvarosi TC Vierte geworden. Fast wäre der SV Pöllwitz schon beim Europapokal auf den jetzigen Champions-League-Gegner KK Proteus Postojna getroffen. Die Slowenninnen verpassten als Fünfte der Qualifikation das Final Four nur hauchdünn. Im Vorjahr setzte sich der SKK Poing in der 1. Runde der Champions League nach knappen Duellen mit 4:4 und 5:3 gegen Proteus durch.

Frauen
KV Liedolsheim – KK Slavia Prag (CZE)
SV Pöllwitz – KK Proteus Postojna (SLO)

KK Alimenta (SRB) – Ferencvarosi TC (HUN) 
CS Electromures Romgaz (ROU) – BBSV Wien (AUT)
ZKK Istra Porec (CRO) – KK Calcit (SLO)
KK Mlaka Rijeka (CRO) – ZKK Vojvodina (SRB)
SK Neunkirchen (AUT) – KSV Wien (AUT)
KK Slovan Rosice (CZE) – KK Zagreb (CRO)