Waldhauer - Be a winner 1. Bundesliga Männer – 11. Spieltag, 17.01.2026
Die knisternde Spannung in der Waldhauer - Be a winner 1. Bundesliga hat Feiertage, Jahreswechsel und Sturm "Elli" überstanden und hält die Liga oben wie unten nach wie vor in Atem. Kaum wieder Spitzenreiter musste Unterharmersbach die Krone beim Dritten Hallbergmoos wieder an Zerbst abgeben. In Raindorf entschied der letzte Wurf hauchdünn für den Vizemeister gegen einen bis dahin fast ausschließlich führenden Gast aus Bamberg. Bereits am Freitagabend schlug Eppelheim im Aufsteigerduell Mörfelden in einer dramatischen Partie 6:2. Der Eppelheimer Daniel Aubelj wurde mit 696 Kegeln zum zweiten Mal in Folge "Spierler des Spieltages".

VKC Eppelheim – Olympia Mörfelden
6:2 (13,5:10,5; 3805:3797)
Daniel Aubelj verpasste den 700 am Ende nur um vier Kegel. Mit 696 Kegeln wurde er "Spieler des Spieltages". @vkc
Was für ein Finale im Aufsteigerduell auf den letzten Würfen. Nur der Oympianer Stephen Michel hatte sein Duell schon vorzeitig in der Tasche. Mörfelden war drauf und dran, etwas aus Plankstadft mitzunehmen. Aber die drei anderen Protagonisten des Schlussdurchgangs sorgten für Schweißperlen und Gänsehautmomente im Wurftakt. Sowohl der Eppelheimer Daniel Zirnstein - zur letzten Bahn eingewechselt –, als auch Mörfeldens Mario Bühler stellten sich mit einer offenen 4 und 5 ein Problem, dass sie zwar bis zum Satzende lösen, aber eben nicht wieder ins volle Bild kommen ließ. Es schien, dass Zirnstein das Eppelheimer Unentschieden und Bühler den Mörfelder Sieg verspielten.
Bester Mörfeldener war Robert Nägel mit 657 Kegeln. @om
Aber dann krönte Lars Ebert seine vierte Bahn mit zwei Neunern auf insgesamt 180. Damit blieb er zwar mit 648 Kegeln wegen der 296 in der ersten Halbzeit weit vom Partiebestwert seines Teamkollegen Daniel Aubelj (696) entfernt. Aber Ebert flog förmlich an Bühler ebenso vorbei wie der VKC an Mörfelden. Der Jubel in Plankstadt war auf Seiten der Gastgeber selbstredend grenzenlos. Die Gäste, die in Robert Nägel (657, Foto) ihren Besten hatten, mussten mit leeren Händen heimkehren. Eppelheim (11:11/44) konnte sich mit diesem Last-Minute-Clou ins Tabellenmittelfeld absetzen, Mörfelden beginnt den Samstag zunächst als Tabellenneunter (8:14/37).
VfB Hallbergmoos – SKC Unterharmersbach
6:2 (15:9; 3711:3611)
Aus einer erneut homogen agierenden VFB-Six ragte Patrick Krieger mit Partiebestwert von 640 Kegeln heraus. @vfb
Im Topspiel konnte der Tabellendritte Hallbergmoos (14:8/51) den Rückstand zum Führungsduo auf drei Zähler verkürzen. Unterharmersbach (17:5/52) verlor dagegen durch die Niederlage die Tabellenführung an Titelverteidiger Zerbst.
Die Gäste gaben die Partie schon am Start aus der Hand: Alle drei Duelle gingen verloren, der VfB führte dazu mit 116 Kegel, weil beim Spitzenreiter recht wenig zusammenlief und Frederic Koell eine rabenschwarze letzte Bahn erwischte. Fabian Zimmermann setzte zwar den Teambestwert auf 631, aber der VFB um den Partiebesten Patrick Krieger (640, Foto) spielte viel homogener und brachte den verdienten Heimsieg sicher ins Ziel.
"Hombe" hat in der Liga in dieser Saison schon kräftig durchgewischt, dieses Mal waren allerdings die Hallbergmooser Hausherren besser und die Tabellenführung ging an Zerbst. Die Unterharmersbacher Gefühlswelt zeigt sich deutlich in den Gesichtern... @skc/facebook
SKK Raindorf – Victoria Bamberg
4,5:3,5 (11,5:12,5; 3680:3679)
Der Tabellenvierte SKK Raindorf (13:9/45,5) kam gegen die abstiegsbedrohten Bamberg (8:14/38,5) mit einem blauen Auge davon. Victoria stieß mit den 3,5 Mannschaftspunkten zwar Mörfelden in den Abstiegskeller und verließ die rote Zone, doch die Enttäuschung, den möglichen Sieg buchstäblich im letzten Wurf aus der Hand gegeben zu haben, saß tief.
Mit 650 Kegeln brachte der Partiebeste Marco Endres (650) die Bamberger Gäste sehr gut ins Spiel. @skc
Die Gäste - selbstbewusst nach dem "Classico"-Sieg in der Vorwoche – überraschten den Vizemeister mit einem 2:0/34-Start um den Partiebesten Marco Endres (650). Auch in der Mitte konnte Victoria seinen Vorsprung auf 3:1/44 leicht ausbauen. Raindorf agierte sehr durchwachsen und hatte bis dahin keinen Ausreißer nach oben. Auch im Schlussabschnitt wurde um jeden Kegel verbissen gekämpft. Nach 60 Wurf hatte Raindorf mit dem Teambesten Daniel Schmid (643) schon 24 aufgeholt. Bamberg konnte auf der dritten Lage die Aufholjagd erst einmal stoppen. Doch die Schlusspointe war noch nicht erzählt.
Mit dem Teambestwert von 643 Kegeln brachte der Raindorfer Schlussspieler Daniel Schmid den Vizemeister heran und sicherte mit der Punkteteilung im Duell den knappen Teamerfolg. @skk
Raindorf kam immer näher. Der Bamberger Dominik Kunze hatte vor dem letzten Wurf die Kegel124 stehen und lag einen Kegel hinter Schmid, der seine Serie bereits absolviert hatte. Nebenan traf Jürgen Pointinger nur Kegel27 beim Spiel ins volle Bild. Fabian Lange, war im Duell geschlagen, hatte noch zwei Wurf und Kegel258 vor der Brust. Als er zwei traf, lag Bamberg nur noch zwei Kegel vorn. Kunze traf dann nur Kegel1 und teilte sich das Duell mit Daniel Schmid. Die letzten Kugel von Pointinger und Lange schlugen fast gleichzeitig ein, der Raindorfer traf fünf, Lange den einzig verbliebenen. Die Anzeige sprang um, Raindorf hatte einen Kegel mehr und tatsächlich die Partie im allerletzten Augenblick gedreht. Pointinger ging in die Hocke, musste sich sammeln, Kunze ebenfalls, untröstlich. Was für ein Match!
Rot-Weiß Zerbst – KC Schwabsberg
5:3 (14:10, 3719:3549)
Die Tabellenführung, die Zerbst (17:5/64) nach dem Spiel wieder einnahm, ist fürwahr ein Abbild der Saison, weniger der 720 Wurfe davor gegen das Tabellenschlusslicht. Wenn Schwabsberg (2:20/23) mit 3549 Kegel drei Duelle gewinnen kann, freut das die Ostalb zurecht, aber es sagt auch viel über die Leistung der Heimmannschaft aus.
Der einzige Zerbster in Normalform holte den Partiebestwert mit 664 Kegeln – Timo Hoffmann. @dkbc
Ohne den gewohnten Startspieler Christian Wilke, der pausierte, waren die Zerbster nach 240 Wurf 33 Kegel voraus, spielten im Duo allerdings sehr überschaubare 1215 Kegel. Letztlich verhinderte nur die 177:132-Schlussbahn von Tim Brachtel eine Riesenüberraschung durch das Schlusslicht zu diesem Zeitpunkt. In der Mitte konnten die Gastgeber den Vorsprung auf 72 Kegel ausbauen, immerhin geriet so der Heimerfolg nicht in Frage, auch wenn Srdan Sokac für Schwabsberg den Teambestwert auf 630 Kegel stellen konnte. Dass dies am Ende nicht der Partiebestwert wurde, lag an der bemerkenswert guten Leistung von Timo Hoffmann, der den Tageshöchstwert auf 664 Kegel schraubte. Nun wird er sich aber Gedanken machen müssen, was die richtige Startsix für das Champions-League-Spiel in Orth in der kommenden Woche sein wird. Weder der Bamberger Auftritt noch das Spiel auf eigenen Bahnen dürfte ihm wirklich gefallen haben.
TSV Breitengüßbach – TSV Zwickau
7:1 (18:6; 3764:3625)
Mit dem klaren Heimsieg hat Breitengüßbach (12:10/51) zu den Abstiegsplätzen beruhigende vier Punkte Abstand geschaffen und kann immer noch Platz 3 ins Visier nehmen. Aufsteiger Zwickau (8:14/34) verharrt dagegen auf Rang 9 und verlor am Spieltag nur unwesentlich an Boden.
Als Schlussspieler zum Partiebestwert – Christian Jelitte (Breitengüßbach, 646). @tsv
Als Christian Rennert die 180er-Startbahn von Patrick Hirsch mit drei Satzsiegen (3:1/622:631) kontern konnte, war die 2:0-Führung der Gastgeber mit 25 Kegeln Vorsprung perfekt. In der Mitte konnten die Gäste dank des Duellsieges ihres Besten, Patrick Voigt (636), etwas herankommen und lagen nur noch 16 Kegel zurück. Im Schlussabschnitt aber pushten sich Christian Jelitte (646) und Christopher Wittke (642) zu den Tageshöchstwerten und sicherten den klaren Heimerfolg ab.
2. Bundesligen
2. Bundesliga Mitte: SC Regensburg - SV Wernburg 6:2 TSV Großbardorf - Rot-Weiß Hirschau 3:5, SG Hainhausen - SC Luhe-Wildenau 1:7, Nibelungen Lorsch - TuS Gerolsheim 6:2, KSC Frammersbach - SKK Eschlkam 3:5
Das beste Ligaergebnis erspielet Christian Mattern aus Gerolsheim mit 644 Kegeln.
In Mitte konnte Spitzenreiter Regensburg (20:2/62,5) starke Wernburger besiegen, aber auch Luhe-Wildenau (17:5/60) war beim 7:1 in Hainhausen ungefährdet. Von den Verfolgern kam Hirschau (14:8/46,5) beim 5:3 in Großbardorf ungeschoren davon, Eschlkam (12:10/46,5) musste nach einem 3:5 in Frammersbach abreißen lassen.
2. Bundesliga Ost: Kleeblatt Berlin - Grün-Weiß Mehltheuer 3:5, SG Zechin - BW Loburg 2:6, KV Wolfsburg - KSV Freital 3:5, MSV Bautzen - Rot-Weiß Zerbst II 7:1, 9Pins Stollberg - Geiseltal Mücheln (13:00 Uhr)
Mit 663 Kegeln konnte der Freitaler Miroslav Jelinek den Ligabestwert markieren.
In Ost hielt sich Bautzen (18:4/55) den Tabellenvierten Zerbst II (14:8/51) vom Halse. Die Verfolger bleiben allerdings dicht auf den Fersen. Freital (17:5/58) gewann bei heimstarken Wolfsburgern, Mücheln (16:4/51,5) siegte mit dem gleichen Resultat in Stollberg und könnte mit einem Sieg im Nachholspiel am kommenden Samstag bei Kleeblatt in Berlin ganz nach vorn ziehen.
2. Bundesliga Süd: SG Wolfach-Oberwolfach - Gut Holz Sandhausen 2:6 KSC Önsbach - TSV Denkendorf 2:6, SKV Waldkirch - SSV Bobingen 6:2, KSV Hölzlebruck - Phönix Ettlingen-Karlsruhe 1:7, SF Friedrichshafen - KRC Kipfenberg 6:2
Das beste Einzelergebnis der Liga ging auf das Konto des Friedrichhafeners Mario Listes mit 639 Kegeln.
In Süd siegte Tabellenführer Denkendorf (18:2/59) bei den bis dahin zu Hause verlustpunktfreien Önsbachern. Verfolger Sandhausen (17:5/59,5) siegte bei den abstiegsgefährdeten Wolfachern, die nach zwei siegreichen Heimspielem erstmals wieder verloren.
Mannschaft der Woche
Foto nach dem NBC-Pokalsieg im Oktober 2025, dem ersten großen Titel der Hallbergmooser. @vfb
Fünf der letzten sechs Liga-Spiele konnte der VFB Hallbergmoos siegreich gestalten, nur in Zerbst war am Dreikönigstag beim 2:6 trotz geschlossen guter Leistung im Nachholspiel nichts zu gewinnen. In der Waldhauer 1. Bundesliga - Be a winner aber kletterten die Oberbayern dennoch seit 8. November von Platz 7 bis auf Platz 3 und blieben beim 5:3 gegen Unterharmersbach am Wochenende in der Rückrunde weiterhin ungeschlagen. Vergessen ist längst das desaströse 0:8 in Breitengüßbach am 3. Spieltag. Dafür konnte sich der VFB im Pauly DKBC-Pokal kurz vor Heiligabend in der 3. Runde mit einem 7,5:0,5 deutlich revanchieren. Inzwischen ist der VFB nicht nur ein ernsthafter Kandidat für einen Platz auf dem Treppchen. Mit drei Punkten Rückstand zum Spitzenduo ist selbst der Titelkampf offen, zumal unter anderem Zerbst noch im Hallbergmooser Sportzentrum aufkreuzen wird. International hat das Team allerdings im erfolgreichen Ligazeitraum den Bock nicht umstoßen können. Der NBC-Pokalsieger schied zum dritten Mal in der 1. Runde aus. Wenn das Team die Leistungen aber weiter stabilisiert, dann kann das ein sehr erfolgreiches Jahr in den höchsten Sphären des Classic-Kegelns werden – national wie international.
Hinweis: Für die "Mannschaft der Woche" - aus den vier Männer-Bundesligen – erwarten wir – außer am 9. und 18. Spieltag – eure Vorschläge unter news@dkbc.de jeweils bis Sonntag 12 Uhr nach dem Spieltag mit kurzer Begründung.
Die bisherigen "Mannschaften der Woche"
1. Spieltag: Rot-Weiß Zerbst/SKC Unterharmersbach – 2. Spieltag: TSV Zwickau – 3. Spieltag: KC Schwabsberg – 4. Spieltag: Olympia Mörfelden – 5. Spieltag: TSV Breitengüßbach – 6. Spieltag: VKC Eppelheim – 7. Spieltag: TSV Denkendorf – 8. Spieltag: SC Luhe Wildenau– ### 9. Spieltag: Die Herbstmeister – 10. Spieltag: Victoria Bamberg.
Vereinsnews (Infos an news@dkbc.de)
Wir veröffentlichen Infos der Bundesligavereine zu den Spieltagen über Bahnrekorde, Feierlichkeiten und Ähnliches. Info an news@dkbc.de , wenn möglich mit aktuellem Foto, genügt. Spielberichte und Vorschauen bleiben außen vor, diese gehören in Sportwinner.